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Definition

 

Myalgische Enzephalomyelitis / Chronic Fatigue Syndrome (ME/CFS) wird durch die Weltgesundheitsorganisation als eine chronische, neurologische Erkrankung klassifiziert (ICD-10 Code: G93.3). 

Diese Klassifikation wird im Laufe der nächsten Jahre höchstwahrscheinlich verändert – der Wissenszuwachs erlaubt uns immer weniger, ME/CFS als rein neurologisch anzusehen. Es ist anzunehmen, dass ME/CFS bald einen neuen Diagnosecode erhält – vermutlich wird es den Stoffwechselstörungen zugeordnet.   

ME/CFS ist am besten als ein Dachbegriff zu verstehen für erworbene, chronische und pathologische Veränderungen von multiplen Körpersystemen, welche in eine charakteristische Belastungsintoleranz mit zahlreichen Begleitsymptomen münden. Sogar kleine Belastungen (physisch, mental und emotional) führen widerwillig zur langdauernden Auslaugung - der Körper kommt bereits auf der Stoffwechselebene nicht mehr klar mit früher unproblematischen Lebenssituationen.

Es wurden mehrere Risikofaktoren / Auslöser beschrieben, welche diesen Zustand aktivieren oder aufrechterhalten können. Obwohl psychologischer Stress als einer der vielen Auslöser bekannt ist, ist ME/CFS primär nicht psychisch oder psychosomatisch – es handelt sich um eine tiefgreifende, körperliche Erkrankung.    

Eine fallübergreifende, primäre Ursache wurde bisher noch nicht ermittelt. So ist ME/CFS weiterhin als Syndrom anzusehen, d.h. ein klinisch definiertes Krankheitsbild mit mehreren, potentiellen Hauptentstehungsachsen. Die bisherigen Entdeckungen deuten hin auf ein komplexes und äusserst unvorteilhaftes Zusammenspiel diverser Störungen innerhalb der zellulären Energiegewinnung, des Abwehrsystems und des vegetativen Nervensystems. Das biochemische Gesamtbild ähnelt einem sich selbst erhaltenden «Notfall-» oder «Hibernationsmodus» und ist durch psychologische Modelle alleine nicht erklärbar.

Die individuellen Ausprägungen und Manifestationen sind sehr unterschiedlich und deuten auf mehrere Subtypen hin, welche aber noch unzureichend charakterisiert worden sind für offizielle oder klinisch bezogene Unterteilungen.

Trotz des breiten Manifestationsspektrums, bleibt der Kern des Beschwerdebildes charakteristisch genug für eine klinische Diagnose. Hierfür stehen verschiedene Kriteriensets zur Verfügung [1], den einfachsten Überblick bieten aber diejenigen nach Institute of Medicine  aus dem Jahr 2015 (IOM 2015). [2]

 

 

QUELLEN:

[1] “Diagnostic Methods for Myalgic Encephalomyelitis / Chronic Fatigue Syndrome: A Systematic Review for a Nationhal Institutes of Health Pathways to Prevention Workshop”
Elizabeth Haney et al.
Annals of Internal Medicine, Published 2015

[2] “Beyond Myalgic Encephalomyelitis / Chronic Fatigue Syndrome: Redefining an Illness.”
Committee on the diagnostic Criteria for ME/CFS; Board on the Health of Selected Populations. Institute of Medicine.
Washington (DC): National Academies Press (US): Published Feb 2015

HAFTUNGSERKLÄRUNG

Der Verein ME/CFS Schweiz sieht sich primär als gemeinnützige Vereinigung von ME/CFS-Betroffenen und -Interessierten sowie fungiert als Informationsquelle zu der Erkrankung "myalgische Enzephalomyelitis / Chronic Fatigue Syndrome" (ME/CFS, ICD-10: G93.3).

Der Verein übernimmt keine Haftung für das individuelle Einsetzen der von uns angebotenen Informationen und ersetzt keinesfalls die geschulten Spezialisten aus dem Gesundheits-, Rechts- oder Sozialwesen. Unsere Organisation bietet auch keine individuellen, medizinischen Beratungen oder Zuweisungen an.